Gemälde von August Schenck aus Privatbesitz, Foto von Ariane Zuber

Der Tiermaler August Schenck

Wie ja die meisten wissen, teile ich mein Atelier mit Antiquitäten und Landschaftsgemälden vorwiegend aus der Zeit Anfang 20. Jahrhunderts. Hin und wieder kommen aber auch mal ältere Gemälde ins “Sortiment”.
Seit kurzem beherberge ich im Atelier-Laden zwei sehr schöne und authentisch gerahmte Gemälde von August Schenck in Kommission zum Verkauf. Ich kannte den Maler bislang eher weniger, da ich nicht so der Tierbilder-Fan bin und schon gleich gar nicht von Schafen mit Hirten, ABER der Herr Schenck hat mich überzeugt, das Tiermalerei-Genre mit mehr Aufmerksamkeit zu bedenken und das hier gezeigte Schafsbild finde ich einfach klasse.

Warum ich dieses Bild großartig finde…

Zum Einen ist es hervorragend gemalt, sehr gekonnt eben, zum Anderen beinhaltet dieses Bild viele Beziehungen – die Beziehung des Schäfers zu der Schäferin am Horizont hinten rechts für die Romatikerin in mir, die Beziehung der Schafe untereinander: eine kuschelige Familie sozusagen und die Beziehung des Hundes zu seinem Hirtenherrchen – grandios, wie der Künstler dieses für mich komplexe Stimmungsbild in gekonnter Malweise in einem einzigen Bild untergebracht hat.

Über den Maler August Schenck (1828-1901)

Er wurde im April 1828 in Glückstadt geboren, er begann als „Weinreisender“ in Deutschland, Russland und Portugal und lebte davon recht einträglich. Nach einigen Jahren verließ er jedoch Portugal in Richtung Paris, um sich zum Maler ausbilden zu lassen. Mit 34 Jahren debütierte er als Maler bei der Weltausstellung in Paris 1855. Neben der französischen Malerin Rosa Bonheur war er der gefragteste Tiermaler, selbst die Kaiserin Sissi oder die Prinzessin Mathilde wollten seine Bilder.
Tatsächlich waren auch die Schafsbilder von ihm am beliebtesten, Schafe im Schneesturm, Schafe und Schäfchen in Bedrängnis, Schafe und Raben und so weiter. Der Mann liebte eben Schafe und auch alle möglichen anderen Tiere, der Bildhauer Ernst Barlach hat Schenck einst in Frankreich besucht und beschrieb ihn wohl als streitbaren alten Mann mit Unmengen von Tieren aller Art auf seinem Anwesen – vielleicht mochte der Herr Schenck ja lieber Tiere als Menschen und konnte sie deshalb so wunderbar malen. Man sagte von ihm er fände mehr Lieblichkeit in Schafen als in Frauen – das mag stimmen, wenn ich mir das Bild so anschaue…Zu Lebzeiten verkaufte er sehr gut, seine Arbeiten brachten umgerechnet bis zu 16000 Euro, habe ich gelesen.

Dort, wo sein einstigens Anwesen stand, dass es heute leider nicht mehr gibt, benannten die Franzosen die Straße 1906 in Rue August Schenck um. Bedeutende Museen erwarben die Werke von August Schenck, viele Ehrungen wurden ihm zuteil.  Der Maler starb am 1. Januar 1901, sein Grab kann man in Écouen finden.

Gemäldereinigung Ariane Zuber

Rathaus Bad Karlshafen – Gemäldereinigung

Hin und wieder kommt mal jemand mit einem alten Bild vorbei, um es reinigen zu lassen. In diesem Falle war es ein altes Gemälde des Rathauses am Hafen von Bad Karlshafen mit dem mittlerweile längst vergangenen Wiegehäuschen. Leider ist das Ölbild unsigniert, so dass man nicht sagen kann, ob es eventuell von Herbert Mager, dem hier einst ansässigen Maler gemalt wurde oder von wem auch immer…

Ein expressionistisches Werk, was für damalige Zeiten sehr modern gemalt ist. Jetzt – nach der Reinigung – kommen die Farben wieder voll zur Geltung…

Mondnacht, Ariane Zuber, Öl auf LEinwand, 50x60 cm

Vollmond und Rhythmus

Der Vollmond kürzlich, auch Blutmond genannt, war ja in aller Munde und man konnte ihn bzw. die Mondfinsternis ja auch gut sehen, da es nicht bedeckt war – beeindruckend schön.
Immer wieder hört man, dass der Mond Auswirkungen hat, der Eine kann nicht schlafen, die andere wird launisch, der Nächste wiederum vermeint, gar nichts zu merken.
Ich selbst mag den Mond-Rhythmus: Zunehmen, abnehmen, erhellen, verdunkeln in beruhigender Regelmäßigkeit, wie ich finde. Je nach Gemüts- und Lebenslage wirkt der Mondstand dann auch auf mich und das mag ich meistens auch.
Wenn ich dann tatsächlich mal nicht schlafen kann, male ich – gedanklich oder real im Skizzenbuch oder an der Leinwand. Sich dann aufzuregen, ist ja auch kontraproduktiv… So ist mir beim letzten Vollmond ein Bild aus dem Pinsel geflossen: Mondnacht, 50×60 cm, Öl auf Leinwand.

Ausblick -Malerei von Ariane Zuber, 60x80 cm

Im Märchenland Nordhessen…

Mit Erstaunen habe ich gesehen, wie lange mein letzter Beitrag schon her ist, nun ja, manchmal vergeht die Zeit eben wie im Fluge…hier in alter Frische mit neuem “Tagtraum” auf Leinwand.

Ich habe mich dem Thema Ausblick gewidmet, gerne genommen, wenn ein Neues Jahr beginnt – aber hier ein märchenhafter Ausblick von einem märchenhaften Ort. Es ist wieder mal ein Bild so richtig zwischen Tag und Traum, inspiriert von meinen letzten Ausflügen zu den Externsteinen und diversen Burgruinen in der näheren Umgebung. Ich staune immer wieder, wieviele Burgen, Türme, Mäuerchen sich hier irgendwo Im Wald oder Urwald verwunschen aussehend in der Landschaft Nordhessens und den angrenzenden Gebieten entdecken lassen…

Hugenottenturm bei Bad Karlshafen von Ariane Zuber

Der Hugenottenturm im wilden Wald bei Bad Karlshafen…

Über die Inspirationsquelle Wald und Märchen habe ich ja bereits im letzten Beitrag zum Märchenwald Nordhessen geschrieben.

Märchenillustrationen und Gemälde haben mich schon immer fasziniert und auf vielen findet man die wilde, schöne, unberechenbare und vielleicht auch hier und da gefährliche Natur – und Naturwesen oder Naturgeister…und wo haben sich die Maler dieser Bilder häufig inspiriert? Im Wald – nicht zuletzt im Reinhardswald, der bei vielen Künstlern des 19. und 20. Jahrhunderts sehr beliebt war, ich denke da auch gerne an die Romantik – der eine oder andere Maler schuf zur seelischen Erbauung ein mystifiziertes Bild von Waldesdunkel und Waldidylle. Der Märchenwald spiegelt die Sehnsucht der Romantik nach Einheit und Ruhe wider.

Die Romantiker sahen in der Einfachheit und der Volkstümlichkeit die Möglichkeit die wahren Gefühle der Menschen auszudrücken und die Wirkung von Gesellschaft zu erklären.

Heute scheint man den Menschen erst wieder beibringen zu müssen, wie heilsam die Natur sein kann und geht mit Patienten in den Wald, um mit ihnen Bäume zu “erfahren”.Laut Taoismus beispielsweise sind Bäume bedeutsam für die physische und mentale Gesundheit.
Für mich etwas Selbstverständliches, es fällt mir  tatsächlich schwer zu begreifen, dass sich viele Menschen von der Natur entfernen bzw. entfernt haben.

Doch zurück zu meinem Bild, Bad Karlshafen blickt täglich auf den Hugenottenturm – ob bewusst oder unbewusst, aber er thront eben über dem Ort. Und der Wald, durch den man gehen muss, um dorthin oder auch zur Krukenburg zu gelangen, ist vielen schon selbstverständlich geworden. Doch dieser Wald ist zwar nicht der Urwald, birgt aber dennoch herrliche alte Bäume, seltsame Formen und geheimnisvolle Ecken, aus meiner Sicht ist in dieser Gegend soviel Zauber und Schönheit und immer wieder gibt es einen anderen Blickwinkel oder eine Besonderheit zu entdecken, so dass ich noch viele Bilder dazu in mir trage. Für heute erstmal dieses hier zum Anschauen, es ist in Öl auf Leinwand gemalt und hat die Maße 50×70 cm.