Atelier Ariane Zuber im Januar 2010

Guter Vorsatz im Neuen Jahr und das Rilke-Projekt

So ein Neues Jahr fängt ja gerne mal mit guten Vorsätzen an…Etwas mehr Ordnung wäre gut, dachte sich die Frau Zuber und begann ihr Atelier umzuräumen um die vielen Bilder besser zu verstauen und die Wand für die neuen Bilder frei zu machen.

Das hat sich gelohnt, wie ich finde. Nebenbei kann man auch hervorragend seine Gedanken ordnen, Entscheidungen treffen, planen…

Und dann fand ich wie zur Belohnung das “Rilke-Projekt” – Gedichte von Rilke gesprochen und gesungen, mit Musik unterlegt oder betont – und ich bin sehr begeistert davon. Geht jetzt gerade hervorragend ins Ohr und ins Herz, wunderbar beim Malen.
Der Januar ist gerettet 😉

Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt obdachlos die Unvergänglichkeit… sagt Rilke. Was – oder wer – nächtigt wohl in meinem wilden Herzen? Ich denke mal drüber nach…wenn es denn ein wildes Herz ist…

Schöner Film: Das Kabinett des Dr. Parnassus…

Da ich ja Monty Python und auch Terry Gilliam mag, wollte ich unbedingt diesen Film sehen. Habe ich gestern verwirklicht und muss sagen:
Ich finde ihn brillant!
Vielschichtig, schrill, surreal und von diesem ganz speziellen Humor kann ich ja nicht genug bekommen…

Die Kulissen, speziell diese fahrbare Wunderbühne, die sich völlig anachronistisch von Pferden gezogen durch das moderne London bewegt, haben mich persönlich sehr inspiriert. Der Mann kommt meinen Bilderwelten sehr entgegen 😉

Heath Ledger und alle anderen, die ihn wegen seines leider vorzeitigen Ablebens in seiner Rolle vertreten sind großartig als ambivalenter Held. Das Töchterchen hat ein entzückendes Gesicht und ein wirklich schickes Decolleté – naja und Christopher Plummer kann’s eben auch, der junge “Merkur” – keine Ahnung wie der Schauspieler heisst, sorry – hat mir in seiner Rolle auch sehr gefallen.
Anders ausgedrückt: Tolles Casting 😉

Der Mann hat außerdem völlig Recht, die Welt braucht Geschichten!
Alles richtig gut und unterhaltsam, entweder man geniesst wüste Bilder oder beschäftigt sich mit den gesellschaftskritischen Ansätzen in dem Film oder überlegt sich, dass der Teufel auch nur ein Spieler ist – ach, die Sache mit dem Teufelspakt gibt doch immer wieder was her – ich glaube, ich muss den Film nochmal ansehen gehen.
Danke Terry!

Queen und die “Muppets” wieder entdeckt…

Da ich ja beim Malen oft Musik oder Hörbücher höre und immer Nachschub brauche, bin ich auf eine “Best of Queen” Doppel-Cd gestoßen – großartig!!!

Passenderweise hat mir ein Freund dazu jetzt einen zauberhaften Link gesendet, da er weiss, dass ich die Muppets sehr mag – das ist DAS Video, wenn man mal einen kurzen, aber erhellenden Spaß im Alltag braucht und mal wieder lachen möchte:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=tgbNymZ7vqY]

Ariane Zuber - Das Teufelsweib

Teufelsweib wünscht schöne Feiertage

Gerade noch rechtzeitig für den Weihnachtsmann ist es mir gelungen, meine neueste Schöpfung fertig zu stellen…

Sie und ich wünschen entspannte Festtage und einen guten Start ins Neue Jahr…

Übrigens habe ich heute ein schickes Zitat gefunden, das auch sehr gut zur Jahrszeit passt:

Mit der Zeit bereut man einige Sünden die man begangen hat, und dazu einige, die man unterließ.

Elizabeth Taylor

Ariane Zuber - Die Entzauberung der Welt - 85x100 cm, Ei-Tempera/Öl auf Leinen

Entstehungsphasen eines Bildes

Die Entzauberung der Welt – 100×85 cm

Bilder können ja manchmal ziemlich lange dauern, die Entzauberung der Welt – 100×85 cm  ist so eines. Ist im Sommer 2009 fertig geworden.

Nach langem Ringen um die Entscheidung, was nun wie genau abgebildet werden soll und um die richtige Anordnung und Kolorierung des Sujets … und so weiter. Das endgültig fertige Bild:

Erläuterung – wen’s interessiert
In meinen Arbeiten geht es ja gerne mal um die Auseinandersetzung mit dem volkstümlichen Erbe aus Mythologie oder Märchen sowie ausgewählter psychologischer oder philosophischer Literatur.
Die mögliche bildliche Interpretation hat mich immer gereizt und zieht sich als roter Faden durch meine Arbeiten, wobei ich ein wichtiges Bild des Märchens manchmal auch nur als Ausgangspunkt wähle.

Schneewittchen
Schneewittchen ist so ein Märchen, das mich aus verschiedenen Gründen schon als kleines Mädchen beschäftigt hat. Bei diesem Bild kam für mich zum Einsatz:

Dass sie durch einen vergifteten Apfel in eine Art Scheintod verfällt –  im Märchen jedoch durch die böse und eitle Stiefmutter herbeigeführt…heute fallen mir da andere Bösewichte oder Umstände ein – Nahrungsmittelskandale sind ja nichts Neues.
Aber das reichte mir nicht, ich fragte mich, wie empfinde ich Scheintod heute?

Zugemüllt…

Dabei denke ich nicht nur an physischen Müll – symbolisiert durch den Müllberg am gläsernen Sarg Schneewittchens – sondern zum Anderen auch an das „Zumüllen“ des Menschen mit zu vielen nutzlosen oder irreführenden Informationen in Form von Werbung zum Beispiel – hierfür steht der Müllberg. Aber auch viele Anforderungen im Alltag “müllen uns zu”.

Waldorf & Statler – die beiden „Lästermäuler“ aus der Muppet-Show – stehen für eine weitere Ebene der Problematik, nämlich die der eigenen inneren Anforderungen und angestauten Dinge, die wir mit uns herumtragen. Dazu kommt noch, wen oder was wir mit uns herumtragen, sozusagen innere Stimmen, die zu unserem Glück oder Unglück viele unserer Handlungen kommentieren.

Burnout oder Depression…
…sind der Scheintod für mich, das Loch, die Lähmung, das Aus…wenn wir uns allem nicht mehr gewachsen fühlen, weil unser intuitives Wissen darum, was uns als Individuum gut tut, von anderen Informationen überlagert wird und dann – Kollaps, schwarzes Loch, Scheintod.

Der Weg hinter Schneewittchens Sarg zeigt, dass es weiter gehen kann, aber vorher stehen wir am Sarg und hoffen auf Rettung: Wo sind eigentlich die sieben Zwerge und der Prinz?