Gefühlte Landschaft

Seit einigen Monaten bin ich wieder mehr in der Natur unterwegs. Zum Einen, weil es mir gut tut, zum Anderen, weil ich Eindrücke sammeln will – eigentlich dachte ich, ich arbeite mal wieder mehr mit Skizzenbuch,wie man sich das vorstellt, dass ein Künstler das tut. Aber ich war einfach so unterwegs, habe mich von der Natur “auffüllen” lassen, mit Energie, mit  Sauerstoff und mit Bildern.

Bilder überfluten mich geradezu manchmal, ich sehe das was da ist, was vielleicht mal da war und was da alles so sein könnte – Phantasie ist eben was Wunderbares und Unerschöpfliches. Während ich also wanderte, füllten mich Bilder und da ich ja auch sehr für das “nicht-Sichtbare”, aber durchaus Wahrnehmbare zu haben bin, kam ich auf die Idee der “gefühlten Landschaften”.

Das Privileg in einer Landschaft zu leben, die so schön und so besonders ist, wie die hier im Reinhardswald und im Solling, regt meine Phantasie an.
Ich glaube, es stellt sich heute kaum mehr jemand vor, wie beispielsweise Wälder auf die Menschen  gewirkt haben, damals, als die Bäume noch viel größer waren, die Zivilisation noch lange nicht die heutigen Ausmaße hatte und vieles kaum erklärlich war. Ich stelle mir das oft vor – oft sehe ich im Augenwinkel etwas, das sich bei näherer Betrachtung als etwas anderes herausstellt -spannend. Naturphänomene geschehen und man staunt – aber damals, als die Welt mehr Geheimnisse und weniger Erklärungen bereit hielt, muss die Wirkung einer Gegend wie dieser hier noch viel intensiver gewesen sein.

Ich bin fasziniert und die erste “gefühlte Landschaft” ist nur ein Eindruck von vielen, es folgen weitere…

Die Invalidenstraße in Bad Karlshafen mit der Rosen-Apotheke…

Die Hafenvision Bad Karlshafen, die ich im Spätsommer letzten Jahres im Auftrag gemalt habe, hat vielen Menschen gezeigt, wie der fertig umgebaute Hafen in Bad Karlshafen aussehen könnte. Das hat die Rosen-Apotheke in Bad Karlshafen inspiriert, ihr Logo danach zu gestalten und so haben sie mir den Auftrag für ein Bild der Ansicht Invalidenstraße  mit Schwerpunkt auf die Apotheke gegeben.

Ein sehr schöner Auftrag, denn die Stadt in neuem Glanz auferstehen zusehen, würde mir gefallen und naja – mein Atelier ist ja quasi gleich daneben…nun ist es jedenfalls vollbracht, ein Bild in der Größe 80 x 100 cm  in Ei-Tempera und Ölfarbe auf Leinwand. Ich freue mich 🙂

Charlottenstein im Reinhardswald, Ölbild von Ariane Zuber

Monument der Liebe – der Charlottenstein bei Bad Karlshafen

Hier eine weitere Arbeit aus meinem Atelier – auf der Suche nach spontanem Ausdruck habe ich den Charlottenstein noch einmal gemalt. Für gewöhnlich arbeite ich mehrere Tage oder Wochen an einem Bild, aber manchmal finde ich, dass sie dann an spontanem Ausdruck und Kraft verlieren. Also habe ich als Herausforderung mal “schnell” gemalt, also nach Vorbereitung des Keilrahmens und Grundierung des alten Leinens einen Tag und eine Korrektur am nächsten Tag. Spannend zu arbeiten und mir gefällt das Ergebnis…

Für mich sieht – leider muss man heute sagen sah – der Charlottenstein als Aussichtspunkt immer wie eine kleine Burg aus und als Fan alter Gemäuer wie beispielsweise der Krukenburg habe ich den Charlottenstein schon einmal gemalt…

Der Charlottenstein ist im Reinhardswald zu finden, er wurde von Herrn von der Stein  aus Liebe zu seiner Frau Charlotte über viele Jahre erbaut. Er begann im Sommer 1925 und endete 1940, der liebende Ehemann arbeitete nur in den Ferienzeiten daran – ein langjähriges “Monument der Liebe”. Dieses wunderschöne Monument wurde leider seit Jahren recht stiefmütterlich behandelt und verfiel langsam, niemand schien sich dafür zu interessiern, was für ein schöner Ort das einst war, die wunderbare Aussicht auf Bad Karlshafen und die Weser war schon recht zugewachsen…

Ich finde die Geeschichte hinreißend und den Bau als solchen ebenfalls, doch nun ist durch den heftigen Sturm vor Kurzem leider ein Baum auf das Werk gefallen un ich fürchte, er ist nun verloren…Das wird nicht mein letztes Bild des Charlottensteins gewesen sein, denke ich.

Der Autor Christian Schneider hat in seinem Blog auch über den Charlottenstein geschrieben, schaut mal vorbei, wenn Ihr mögt.

Hugenottenturm von Ariane Zuber, ÖL auf Leinen

Der Hugenottenturm über Bad Karlshafen

Am Wasser zu wohnen gefällt mir, ich mag die Luft, die Frische und die Hochwassermarken, die die Weser hier im Ort erreicht, sind “auszuhalten”. Ich mag auch den häufiger auftretenden Nebel, manchmal dicht und fast undurchdringlich scheinend, manchmal in Schleiern, die sich willkürlich verteilen – und darüber erahnt man den vielleicht doch blau werdenden Himmel.

Der Hugenottenturm, der über der Stadt Bad Karlshafen und der Weser hier “Wache hält”,  ist oft vernebelt, auf alten Postkarten sieht man, dass er eigentlich am oberen Rand eine künstliche Ruine war – damals irgendwann. Aber irgendein ordentlicher Mensch hat beschlossen, dass der Rand gerade werden muss – schade eigentlich. Früher sah man auch von den Klippen mehr, zum Glück hat man die aber inzwischen auch wieder mehr frei gelegt, das finde ich gut, es lässt die Hänge hier sehr viel interessanter aussehen.

Heute habe ich nach der Krukenburg auch den Hugenottenturm auf Leinen gebannt, ich freue mich immer wieder, in einer so schönen Landschaft zu wohnen. Der Solling und der Reinhardswald gefallen mir wirklich außerordentlich gut.

Ariane Zuber - Traum von einem Baum

Baum-Traum-Welt

Wieder so ein Bild, das wirklich lang gedauert hat – aber es hat sich gelohnt. War ganz anders gedacht, entwickelte sich ganz eigenständig auf der Leinwand und ich habe mich von dem Bild führen lassen…

Ei-Tempera und Öl auf Leinen, 100×80 cm