Im Wald allein…

Ariane Zuber – Im Wald allein – Ei-Tempera/Öl auf Leinen

Nach der Meister-Kopie eine meiner eigenen neueren Arbeiten. Diese passt für mich zur Jahreszeit…

Landschaften mag ich einfach, auch wenn es nur eine kleine Serie dazu gibt, dafür große Bilder – immerhin 150 cm breit – die Strukturen und das mystisch-mysteriöse Waldgefühl, das mir vorschwebte, haben lange gebraucht. Die Fertigstellung des Bildes lag bei über zwei Jahren, weil ich es auch immer mal wieder beiseite gestellt habe, bis ich wusste,wie es weitergehen soll…

Mich beschäftigt die Natur, der Umgang des Menschen mit ihr und die gelegentlich geradezu wunderbare und manchmal mystische Schönheit, die uns in der Natur zeitweise umgibt. Auf diesem Bild geht es um genau eine dieser Schönheiten. andere Arbeiten aus der Serie thematisieren aber auch Klimawandel oder die beängstigende Gewalt des Wassers.

Apropos Fälscherin…

Wie ich gestern so über das von mir gelesene Buch “Die Fälscherin” schrieb, dachte ich, stelle ich mal ein kleines Beispiel von mir ein:

Mein kopierter Rubens also, der übrigens im Original in München hängt und fast genau die gleiche Größe hat:

Nun muss ich dazu sagen, dass ich zu Rubens Sujets grundsätzlich nicht so den Zugang habe…ich höre fast schon den Aufschrei Tausender Rubens-Liebhaber (und es sind ganz sicher mehr LiebhabER), wenn ich sage, speziell die Bilder von den „schönen Schweinen“ oder übersetzt „richtig üppigen und rosafarbenen Frauen“ macht mich so gar nicht an. Einige Satyr-Bilder waren großartig, einige der kirchlich motivierten Bilder ebenfalls… Aber ich gebe gerne zu, dass der Mann richtig gut malen konnte 😉 und deshalb habe ich mir den netten Satyr mit dem „lachenden Auge und dem diabolischen Einschlag“ und seinen Saufkumpan zum Kopieren auserwählt…

Im Anschluss ist meine geliebte Satyr-Kopie nach Peter Paul Rubens (1577-1640) nun gerahmt, meine Küche sah nur mit dem Bild schon gut aus, aber mit dem gerahmten Bild – hach!

“Die Fälscherin” von Beate Rygiert

Ich lese gerne Bücher, die etwas mit Kunst im weitesten Sinne zu tun haben, Sachbücher, Romane, Biographien und so weiter. Kürzlich fiel mir das – nicht mehr neue Buch – “Die Fälscherin” in die Hände.

Da ich ja selbst durchaus auch mal mit lehrreichem Kopieren alter und moderner Meister beschäftigt bin und auch mal im “Fälscheratelier” gearbeitet habe, musste ich es mir natürlich genauer ansehen. Nun stehe ich dem Buch leicht ambivalent gegenüber, denn es enthält einerseits interessante Details zur Malerei und Biographie der Malerin Sofonisba Anguissola, andererseits spielt ein Gutteil des Romans in einem Frauengefängnis der Neuzeit und da geht es nicht zimperlich zu. Zudem wird noch eine Art Geistesverwirrung beziehungsweise Wiedergeburtsphantasie thematisiert. Das heißt, in dem Geist der Protagonistin herrschen mehrere Frauen und ihre Erinnerungen, zum Einen eben die Malerin Sofonisba Anguissola, eine Mystikerin, die auf dem Scheiterhaufen verbrannte, eine Thai-Chi-Meisterin und die in der Gegenwart lebende Sofie. Das ist manchmal für mich als Leserin schwer auszuhalten gewesen, aus verschiedenen Gründen. Aber nichtsdestotrotz war ich schnell durch die “500-und-ein-paar-Zerquetschte” Seiten durch, also es war auf jeden Fall spannend  😉  und es hat viele schöne Details aus Geschichte und Malerei.

Außerdem kommt darin auch die Hofdame vor, die ich gemalt habe, Ana de Mendoza y de la Cerda, auch “Prinzessin Eboli” genannt sowie ihr Mann und der problematische König Philipp II. / Felipe II. im Buch genannt. Das hat mich natürlich sehr gefreut, so habe ich die spannende einäugige Fürstin und ihre Lebensumstände im Nachhinein noch ein bißchen besser kennegelernt .

DIE oder DER oder DAS Kunst”

Wenn ich meine Arbeiten ausstelle kriege ich so manches Feedback, das ist gut so, ohne konstruktive Kritik geht’s nicht voran. Aber es gibt auch anderes Feedback, das weniger nützlich ist und eine Bemerkung muß ich doch mal näher betrachten:

“Ihre Bilder sind so…. weiblich”

Tja, so dahingeschrieben ist es ein profaner Satz, aber wir wissen ja wie das ist mit der subjektiven Wahrnehmung und Aussage:

Ob das nun eine Therapeutin, ein pensionierter Lehrer und Kunstliebhaber, eine ältere Dame sagt – der gleiche Satz klingt völlig anders – im positiven wie im negativen Sinne.

Alsooooo, einfach gesagt bin ich eine Frau, also sind meine Bilder wegen meiner subjektiven Wahrnehmung und dem, was ich darüber aussagen will – weiblich.
Ich halte das “Problem” ja für irgendwie antiquiert, muß ich gestehen, (mir fallen da aber auch noch andere Begriffe ein…), weil ich nicht verstehe, was das Problem daran ist. Ich meine, hat beispielsweise Picasso jemals jemand vorgeworfen, daß seine Bilder so männlich sind?
Wäre ja auch albern?
EBEN!

Es gibt so viele Bestrebungen in der Kunst, also wenn ich als Weib meine weibliche Sicht bestimmter Objekte oder Situationen darstelle, ist meine Arbeit dann schlechter als die vom Kollegen, der sich mit Politik, Aktmalerei oder Phallussymbolen beschäftigt?
Es gibt andere Kriterien, ehrlich! Als daß man(n) sieht, daß die Bilder von einer Frau gemalt wurden.
Sagen wir, die Arbeiten sind “schlecht gemacht” – eine Qualitätsfrage eben,
oder zu bunt oder zu monoton – eine Geschmackssache, darüber läßt sich ja nun lange streiten.
Aber bitte:
Verschont mich mit diesem “irgendwie weiblich” und “weibliche Motive” mit diesem ganz bestimmten Unterton.

Über Georgia O’Keeffees Bilder hat mal ein Mann sinngemäß gesagt:
“Alles, was diese Bilder aussagen ist, ich will ein Baby!”

Hmmm, lange her, sagen Sie?
Tja, ich hoffe, Sie haben Recht.

Es gibt da so ein paar interessante Fakten, wie zum Beispiel:

Marktpreise von Kunstwerken weiblicher Kunstschaffender sind niedriger als die eines gleichgestellten/gleichwertigen Künstlers – lebender wie toter übrigens.

Retrospektiven und Museumsausstellungen finden für Künstlerinnen erst viel später statt, bei ähnlicher Laufbahn im Vergleich zu einem männlichen Künstler.

Meine Lieblings-Seite zu dieser Art Thema ist

www.guerillagirls.com

was man jetzt leider kopieren und in den Browser einfügen muss, um zu dieser Seite zu kommen, weiss der Geier, warum man hier keine Links einfügen kann…aber es lohnt sich diese Seite zu besuchen – wenn man Humor hat.

“Kunstpreis oder der Preis, ein Künstler zu sein”

Auch für diesen Artikel gilt: Vor einigen Jahren zu einem konkreten Anlass verfasst und geschrieben, heute noch genauso aktuell für mich, daher in meinem Archiv.

Kunstwettbewerbe, Ausschreibungen, Kulturförderung etc. sind ein reichhaltiges Thema. Im Prinzip ist Kunst- und Kulturförderung eine gute Sache, aber … Auch in Nordhessen wird gefördert. Ein Hotel, das sich zusammen mit einer Agentur einen Kunstpreis ausgedacht hat, ist Ausgangspunkt für diesen Text.

I
Also, da flattert mir so ein Schreiben ins Haus, ein Hotel fordert professionelle Künstler und Künstlerinnen auf, Werke einzureichen. Davon werden dann mittels einer Jury einige ausgewählt und dann zeigen ALLE ausgewählten Kreativen ein Jahr lang 4 – 6 ihrer Arbeiten im Hotel (Lobby und Zimmer), zahlen die Versicherung aus eigener Hand und am Ende des Jahres wird der Preisträger ausgerufen. Der bekommt dann das Preisgeld von ein paar tausend Mark, dafür schenkt er dem Hotel eine Arbeit im Wert von 3000 DM (oder er bekommt einen kleineren Preis und ein Werk in Höhe von 3000 DM wird angekauft – das ist Ansichts- oder Definitionssache). Abbildungen seiner Arbeiten lässt der Künstler unentgeltlich für die Austellungsdauer zwecks Werbung zu. Ich schmeisse den Wisch weg.

II
Ein zweites Schreiben kommt an. Die Bedingungen sind leicht geändert worden, der Kunstschaffende zahlt jetzt doch nicht selber die Versicherung und es sollen auch nur zwei Arbeiten für ein halbes Jahr und dann zwei weitere für das zweite Halbjahr aufgehängt werden (nur in der Lobby). Ausserdem gibt es eine Vernissage, eine Midissage und eine Finissage. Hmm, schauen wir uns mal die Räume an: Grossgemusterter Teppich in sehr lauten Farben, die verhindern, dass man die Krümel sieht, die vom Esstisch fallen – der Speisesaal als Galerie. Indirekte Beleuchtung, pinkfarbener Satin über den Büffett-Tischen – alles in allem fällt es einem nicht schwer, was auch immer an der Wand hängt, zu übersehen. Ich beschliesse, meine Arbeiten dem nicht auszusetzen.

III
Die Vernissage: Ich erklimme die Treppe, da steht eine lange Schlange, gute Güte, so voll hier? Dann erkenne ich den Grund, am Eingang ein Tisch mit einem Schild, auf dem steht: “Bitte tragen Sie sich in die Anwesenheitsliste ein!” Ich fühle mich irgendwie genötigt. Die Vernissage ist gut besucht. Ich erkenne viele aus der “Kunstszene”, mir begegnen auch Künstler mit einem grossen Namensschild – aahh, das sind die Beteiligten. Es gibt einige Vorträge, einer davon erinnert an eine Wahlrede (da war doch was – demnächst…). Schliesslich kommt man zum Wesentlichen, der Künstlerförderung. “Wussten Sie, ” fragt die Vortragende, “dass der durchschnittliche Künstler in Deutschland nur 20000 DM im Jahr verdient?” “Was? So viel?” fragt entrüstet jemand neben mir, ich schaue hin, es ist jemand mit Schild – uups.

IV
Zur Midissage ist die Besucher- und Künstlermenge gelichtet. Einige Bilder wurden ausgetauscht, andere nicht. Weniger Rede, einen Teil glaube ich bereits zu kennen – eine schöne Laudatio auf den Preisträger wird gehalten, an der besten Stelle tönt eine aufdringliche Handy-Melodie durch den Raum und zwischendurch hört man Handwerkergeräusche. Ich kann nicht ausmachen, ob etwas verkauft wurde. Das Finissage-Datum ist der 31.12..

Nachsatz
Kunstförderung ist eine gute Sache. Aber wenn sich das Mäntelchen der Kunstförderung umgehängt wird, um kostenlose Werbung und dazu noch so gut wie kostenlose Dekoration durch Originalkunst für EIN Jahr zu haben, dann fange ich an am Wert der Aktion zu zweifeln. Die Forderung nach Ausstellungshonoraren mal beiseite gelassen: Die Ausstattung einer Räumlichkeit kostet bei einer Galerie selbst bei Anmietung der Werke, sehr viel Geld. Internationale Kontakte, die sich dadurch für den Ausstellenden ergäben, wurden mehrfach angepriesen – aber Hand auf’s Herz, würden Sie ein Kunstwerk kaufen, dass in einem Hotel in einer fremden Stadt hängt, in einem Raum, wo Sie vielleicht nur Ihr Frühstück einnehmen? Offen bleibt die Frage: War das ein netter Versuch, der etwas ungeschickt angegangen wurde, oder eine Aktion aus reinem Eigennutz der Veranstaltergemeinschaft?