Ariane Zuber - Das Teufelsweib

Teufelsweib wünscht schöne Feiertage

Gerade noch rechtzeitig für den Weihnachtsmann ist es mir gelungen, meine neueste Schöpfung fertig zu stellen…

Sie und ich wünschen entspannte Festtage und einen guten Start ins Neue Jahr…

Übrigens habe ich heute ein schickes Zitat gefunden, das auch sehr gut zur Jahrszeit passt:

Mit der Zeit bereut man einige Sünden die man begangen hat, und dazu einige, die man unterließ.

Elizabeth Taylor

Ariane Zuber - Die Entzauberung der Welt - 85x100 cm, Ei-Tempera/Öl auf Leinen

Entstehungsphasen eines Bildes

Die Entzauberung der Welt – 100×85 cm

Bilder können ja manchmal ziemlich lange dauern, die Entzauberung der Welt – 100×85 cm  ist so eines. Ist im Sommer 2009 fertig geworden.

Nach langem Ringen um die Entscheidung, was nun wie genau abgebildet werden soll und um die richtige Anordnung und Kolorierung des Sujets … und so weiter. Das endgültig fertige Bild:

Erläuterung – wen’s interessiert
In meinen Arbeiten geht es ja gerne mal um die Auseinandersetzung mit dem volkstümlichen Erbe aus Mythologie oder Märchen sowie ausgewählter psychologischer oder philosophischer Literatur.
Die mögliche bildliche Interpretation hat mich immer gereizt und zieht sich als roter Faden durch meine Arbeiten, wobei ich ein wichtiges Bild des Märchens manchmal auch nur als Ausgangspunkt wähle.

Schneewittchen
Schneewittchen ist so ein Märchen, das mich aus verschiedenen Gründen schon als kleines Mädchen beschäftigt hat. Bei diesem Bild kam für mich zum Einsatz:

Dass sie durch einen vergifteten Apfel in eine Art Scheintod verfällt –  im Märchen jedoch durch die böse und eitle Stiefmutter herbeigeführt…heute fallen mir da andere Bösewichte oder Umstände ein – Nahrungsmittelskandale sind ja nichts Neues.
Aber das reichte mir nicht, ich fragte mich, wie empfinde ich Scheintod heute?

Zugemüllt…

Dabei denke ich nicht nur an physischen Müll – symbolisiert durch den Müllberg am gläsernen Sarg Schneewittchens – sondern zum Anderen auch an das „Zumüllen“ des Menschen mit zu vielen nutzlosen oder irreführenden Informationen in Form von Werbung zum Beispiel – hierfür steht der Müllberg. Aber auch viele Anforderungen im Alltag “müllen uns zu”.

Waldorf & Statler – die beiden „Lästermäuler“ aus der Muppet-Show – stehen für eine weitere Ebene der Problematik, nämlich die der eigenen inneren Anforderungen und angestauten Dinge, die wir mit uns herumtragen. Dazu kommt noch, wen oder was wir mit uns herumtragen, sozusagen innere Stimmen, die zu unserem Glück oder Unglück viele unserer Handlungen kommentieren.

Burnout oder Depression…
…sind der Scheintod für mich, das Loch, die Lähmung, das Aus…wenn wir uns allem nicht mehr gewachsen fühlen, weil unser intuitives Wissen darum, was uns als Individuum gut tut, von anderen Informationen überlagert wird und dann – Kollaps, schwarzes Loch, Scheintod.

Der Weg hinter Schneewittchens Sarg zeigt, dass es weiter gehen kann, aber vorher stehen wir am Sarg und hoffen auf Rettung: Wo sind eigentlich die sieben Zwerge und der Prinz?

Im Wald allein…

Ariane Zuber – Im Wald allein – Ei-Tempera/Öl auf Leinen

Nach der Meister-Kopie eine meiner eigenen neueren Arbeiten. Diese passt für mich zur Jahreszeit…

Landschaften mag ich einfach, auch wenn es nur eine kleine Serie dazu gibt, dafür große Bilder – immerhin 150 cm breit – die Strukturen und das mystisch-mysteriöse Waldgefühl, das mir vorschwebte, haben lange gebraucht. Die Fertigstellung des Bildes lag bei über zwei Jahren, weil ich es auch immer mal wieder beiseite gestellt habe, bis ich wusste,wie es weitergehen soll…

Mich beschäftigt die Natur, der Umgang des Menschen mit ihr und die gelegentlich geradezu wunderbare und manchmal mystische Schönheit, die uns in der Natur zeitweise umgibt. Auf diesem Bild geht es um genau eine dieser Schönheiten. andere Arbeiten aus der Serie thematisieren aber auch Klimawandel oder die beängstigende Gewalt des Wassers.

Apropos Fälscherin…

Wie ich gestern so über das von mir gelesene Buch “Die Fälscherin” schrieb, dachte ich, stelle ich mal ein kleines Beispiel von mir ein:

Mein kopierter Rubens also, der übrigens im Original in München hängt und fast genau die gleiche Größe hat:

Nun muss ich dazu sagen, dass ich zu Rubens Sujets grundsätzlich nicht so den Zugang habe…ich höre fast schon den Aufschrei Tausender Rubens-Liebhaber (und es sind ganz sicher mehr LiebhabER), wenn ich sage, speziell die Bilder von den „schönen Schweinen“ oder übersetzt „richtig üppigen und rosafarbenen Frauen“ macht mich so gar nicht an. Einige Satyr-Bilder waren großartig, einige der kirchlich motivierten Bilder ebenfalls… Aber ich gebe gerne zu, dass der Mann richtig gut malen konnte 😉 und deshalb habe ich mir den netten Satyr mit dem „lachenden Auge und dem diabolischen Einschlag“ und seinen Saufkumpan zum Kopieren auserwählt…

Im Anschluss ist meine geliebte Satyr-Kopie nach Peter Paul Rubens (1577-1640) nun gerahmt, meine Küche sah nur mit dem Bild schon gut aus, aber mit dem gerahmten Bild – hach!

DIE oder DER oder DAS Kunst”

Wenn ich meine Arbeiten ausstelle kriege ich so manches Feedback, das ist gut so, ohne konstruktive Kritik geht’s nicht voran. Aber es gibt auch anderes Feedback, das weniger nützlich ist und eine Bemerkung muß ich doch mal näher betrachten:

“Ihre Bilder sind so…. weiblich”

Tja, so dahingeschrieben ist es ein profaner Satz, aber wir wissen ja wie das ist mit der subjektiven Wahrnehmung und Aussage:

Ob das nun eine Therapeutin, ein pensionierter Lehrer und Kunstliebhaber, eine ältere Dame sagt – der gleiche Satz klingt völlig anders – im positiven wie im negativen Sinne.

Alsooooo, einfach gesagt bin ich eine Frau, also sind meine Bilder wegen meiner subjektiven Wahrnehmung und dem, was ich darüber aussagen will – weiblich.
Ich halte das “Problem” ja für irgendwie antiquiert, muß ich gestehen, (mir fallen da aber auch noch andere Begriffe ein…), weil ich nicht verstehe, was das Problem daran ist. Ich meine, hat beispielsweise Picasso jemals jemand vorgeworfen, daß seine Bilder so männlich sind?
Wäre ja auch albern?
EBEN!

Es gibt so viele Bestrebungen in der Kunst, also wenn ich als Weib meine weibliche Sicht bestimmter Objekte oder Situationen darstelle, ist meine Arbeit dann schlechter als die vom Kollegen, der sich mit Politik, Aktmalerei oder Phallussymbolen beschäftigt?
Es gibt andere Kriterien, ehrlich! Als daß man(n) sieht, daß die Bilder von einer Frau gemalt wurden.
Sagen wir, die Arbeiten sind “schlecht gemacht” – eine Qualitätsfrage eben,
oder zu bunt oder zu monoton – eine Geschmackssache, darüber läßt sich ja nun lange streiten.
Aber bitte:
Verschont mich mit diesem “irgendwie weiblich” und “weibliche Motive” mit diesem ganz bestimmten Unterton.

Über Georgia O’Keeffees Bilder hat mal ein Mann sinngemäß gesagt:
“Alles, was diese Bilder aussagen ist, ich will ein Baby!”

Hmmm, lange her, sagen Sie?
Tja, ich hoffe, Sie haben Recht.

Es gibt da so ein paar interessante Fakten, wie zum Beispiel:

Marktpreise von Kunstwerken weiblicher Kunstschaffender sind niedriger als die eines gleichgestellten/gleichwertigen Künstlers – lebender wie toter übrigens.

Retrospektiven und Museumsausstellungen finden für Künstlerinnen erst viel später statt, bei ähnlicher Laufbahn im Vergleich zu einem männlichen Künstler.

Meine Lieblings-Seite zu dieser Art Thema ist

www.guerillagirls.com

was man jetzt leider kopieren und in den Browser einfügen muss, um zu dieser Seite zu kommen, weiss der Geier, warum man hier keine Links einfügen kann…aber es lohnt sich diese Seite zu besuchen – wenn man Humor hat.