Lübke-Semrau Kunstgeschichte von 1905 (Detailaufnahme Ariane)

Mein wunderbares neues Buch über mittelalterliche Kunstgeschichte…

Ich liebe Bücher, was auch mal dazu geführt hat, dass ich vor vielen, vielen Jahren den Beruf der Buchhändlerin erlernt habe …
Aber auch, wenn ich – ebenfalls schon seit Jahren andere berufliche Wege gehe – komme ich von der Liebe zu Büchern nicht los. Warum auch? Und in dem Trödelladen meines Vertrauens fand ich jetzt etwas unglaublich Schönes:
Eine alte Kunstgeschichte von Semrau und Lübke, die 1905 in mehreren Bänden herauskam, ich fand den Band über das Mittelalter und er ist wunder…wunderschön…
Halbleder und auf dem Einband eine “Gruft-Intarsie”…und das Innenleben des Buches ebenfalls sehr gut erhalten, informativ und ebenfalls wunderschön. Das Teil ist zwar nicht von besonders hohem materiellen Wert, aber als ich es sah, musste ich es haben und nun isses bei mir 😉
Für das Lesen in der S-Bahn etwas unhandlich, aber so Zuhause am Schreibtisch – toll!

“Was ich liebte” von Siri Hustvedt

Meine Neigung, Bücher die mit Kunst zu tun haben, zu lesen hat mich zu diesem Roman geführt. Obwohl es hier um keinen real existierenden Künstler geht, mag ich auch solche Roman-Protagonisten. Hinzu kommt noch die Kombination eines Künstlers und eines Kunsthistorikers – spannungsreich.
Ich mag ja Paul Auster, den Ehemann der Siri Hustvedt auch sehr. Beide Schreibstile unterscheiden sich aber bemerkenswert voneinander, das finde ich sehr interessant.
Auster empfinde ich als surreal angehaucht, mit einer Neigung zu “hysterisch-neurotischen” Protagonisten – im weitesten Sinne – während dieser Roman von Hustvedt sehr ruhig fliessend ist, wenn gleich das beklemmend neurotische auch hier zum Tragen kommt, aber ganz anders aufgebaut wird.

Der Roman
Die Lebensgeschichten zweier Familien mit Künstler- und Akademikerhintergrund sind hier schicksalshaft miteinander verknüpft.
Lebensentwürfe werden gemacht, zum Teil auch verwirklicht und dann zerstört durch den Lauf der Dinge, Schicksal eben.
Wie gehen diese Menschen damit um? Davon handelt dieses Buch, nebenbei werden uns künstlerische, kunstgeschichtliche und psychologische Hintergründe und Details spannend vermittelt.
Der Roman hat etwas fließendes, ruhiges, was ich sehr schätze, gewinnt aber irgendwann noch an unheimlichen, psychodramatischen Momenten dazu – faszinierend, wie die Schriftstellerin diesen Bogen überzeugend schlägt.

Fazit
Ich finde dieses Buch wirklich großartig und werde es sicherlich noch ein zweites Mal lesen.