Im Märchenwald, Öl auf Leinwand von Ariane Zuber

Im Märchenwald Nordhessen

Der Reinhardswald mit seinem Urwald und der Solling sind ein die perfekte Kulisse für den Märchenwald, denn in vielen deutschen Märchen avanciert der Wald zum wesentlichen Handlungsort. Mal als eine schaurige Kulisse, mal als idyllischer Zufluchtsort. Uns ist das heute kaum noch klar, aber die Waldlandschaft nahm viel Platz in der Lebenswirklichkeit der damaligen Menschen ein. Die dörflichen und städtischen Siedlungen waren umgeben von Wald – als “profaner Nahrungsspender”, aber auf jeden Fall auch als das unheimliche Gegenteil menschlicher Zivilisation. Bei „Hänsel und Gretel“ etwa bietet der Wald einen eher schaurigen Ort, aber was auch im Wald geschieht, es ist stets von Geheimnissen und Zauberhaftem umgeben.Der Wald wird als tief, dunkel, düster, wild, groß oder finster zum perfekten Raum für Fantasien und Projektionen der menschlichen Psyche. Gerade die Brüder Grimm machen den Märchenwald zu einer verzauberten Welt, in der man auf die Anderswelt mit ihren Hexen und Zauberern, den Zwergen, Riesen, den magischen Orten und Dingen stoßen kann, und in der sich die Helden der Geschichte bewähren müssen.

Erschreckenderweise kommen – obwohl der Wald etwas absolut Schützenswertes und Lebensnotwendiges ist – immer wieder Konzerne auf die Idee, Wald abzuholzen – sei es für Braunkohle, sei es für Windkraftwerke oder für Landgewinn – ich finde, der Wald und seine Bewohner, die einzelnen Bäume und Tierarten haben größtmöglichen Schutz verdient und die Schönheit der Wälder auch in den Schatten und der Dunkelheit faszinieren mich stets auf’s Neue.

Soviel zu meinen Gedanken bei meinem neuen Bild “Im Märchenwald”, es ist 50×60 cm groß, Öl auf Leinwand, gerahmt.

Gefühlte Landschaft

Seit einigen Monaten bin ich wieder mehr in der Natur unterwegs. Zum Einen, weil es mir gut tut, zum Anderen, weil ich Eindrücke sammeln will – eigentlich dachte ich, ich arbeite mal wieder mehr mit Skizzenbuch,wie man sich das vorstellt, dass ein Künstler das tut. Aber ich war einfach so unterwegs, habe mich von der Natur “auffüllen” lassen, mit Energie, mit  Sauerstoff und mit Bildern.

Bilder überfluten mich geradezu manchmal, ich sehe das was da ist, was vielleicht mal da war und was da alles so sein könnte – Phantasie ist eben was Wunderbares und Unerschöpfliches. Während ich also wanderte, füllten mich Bilder und da ich ja auch sehr für das “nicht-Sichtbare”, aber durchaus Wahrnehmbare zu haben bin, kam ich auf die Idee der “gefühlten Landschaften”.

Das Privileg in einer Landschaft zu leben, die so schön und so besonders ist, wie die hier im Reinhardswald und im Solling, regt meine Phantasie an.
Ich glaube, es stellt sich heute kaum mehr jemand vor, wie beispielsweise Wälder auf die Menschen  gewirkt haben, damals, als die Bäume noch viel größer waren, die Zivilisation noch lange nicht die heutigen Ausmaße hatte und vieles kaum erklärlich war. Ich stelle mir das oft vor – oft sehe ich im Augenwinkel etwas, das sich bei näherer Betrachtung als etwas anderes herausstellt -spannend. Naturphänomene geschehen und man staunt – aber damals, als die Welt mehr Geheimnisse und weniger Erklärungen bereit hielt, muss die Wirkung einer Gegend wie dieser hier noch viel intensiver gewesen sein.

Ich bin fasziniert und die erste “gefühlte Landschaft” ist nur ein Eindruck von vielen, es folgen weitere…

Charlottenstein im Reinhardswald, Ölbild von Ariane Zuber

Monument der Liebe – der Charlottenstein bei Bad Karlshafen

Hier eine weitere Arbeit aus meinem Atelier – auf der Suche nach spontanem Ausdruck habe ich den Charlottenstein noch einmal gemalt. Für gewöhnlich arbeite ich mehrere Tage oder Wochen an einem Bild, aber manchmal finde ich, dass sie dann an spontanem Ausdruck und Kraft verlieren. Also habe ich als Herausforderung mal “schnell” gemalt, also nach Vorbereitung des Keilrahmens und Grundierung des alten Leinens einen Tag und eine Korrektur am nächsten Tag. Spannend zu arbeiten und mir gefällt das Ergebnis…

Für mich sieht – leider muss man heute sagen sah – der Charlottenstein als Aussichtspunkt immer wie eine kleine Burg aus und als Fan alter Gemäuer wie beispielsweise der Krukenburg habe ich den Charlottenstein schon einmal gemalt…

Der Charlottenstein ist im Reinhardswald zu finden, er wurde von Herrn von der Stein  aus Liebe zu seiner Frau Charlotte über viele Jahre erbaut. Er begann im Sommer 1925 und endete 1940, der liebende Ehemann arbeitete nur in den Ferienzeiten daran – ein langjähriges “Monument der Liebe”. Dieses wunderschöne Monument wurde leider seit Jahren recht stiefmütterlich behandelt und verfiel langsam, niemand schien sich dafür zu interessiern, was für ein schöner Ort das einst war, die wunderbare Aussicht auf Bad Karlshafen und die Weser war schon recht zugewachsen…

Ich finde die Geeschichte hinreißend und den Bau als solchen ebenfalls, doch nun ist durch den heftigen Sturm vor Kurzem leider ein Baum auf das Werk gefallen un ich fürchte, er ist nun verloren…Das wird nicht mein letztes Bild des Charlottensteins gewesen sein, denke ich.

Der Autor Christian Schneider hat in seinem Blog auch über den Charlottenstein geschrieben, schaut mal vorbei, wenn Ihr mögt.