Helene Meyer-Moringen, Rathaus Bad KArlshafen, Öl auf Malplatte

Helene Meyer-Moringen – Rathaus Bad Karlshafen

Da ja in meinem Atelier auch klassische Landschaftsgemälde zu finden sind, erzähle ich hier immer mal wieder etwas über aktuelle Neuerwerbungen. Regional tätige Maler erfreuen mich immer wieder und eine davon war Helene Meyer-Moringen, von der ich auch ein Gemälde der Sababurg habe. Nun auch eines vom Rathaus Bad Karlshafen.

Über Helene habe ich in obigem Artikel schon erzählt, nun ein paar Worte zum Rathaus Bad Karlshafen – dass es in einer monumentalen Version von 110×130 cm auch von mir gibt –  das Rathaus wurde zwischen 1715 und 1719 gebaut, entworfen von Baumeister Friedrich Conradi, ir persönlich gefällt der Laubengang außerordentlich gut. Das Dach war ursprünglich – wie fast alle Häuser hier – mit Sandsteinplatten gedeckt, das wurde leider bei der Renovierung in der Neuzeit geändert. Genutzt wurde das Rathaus im 18. Jhdet. für Besuche des Landesherren, als Packhaus und im 20. Jahrhundert auch eine Weile als Amtsgericht sowie als Stadt- und Kurverwaltung.

Baumstudien von Ariane Zuber, 30x30 cm, Öl auf Leinwand

Der Baum “auf die Schnelle”

Momentan bereite ich meine kommende Ausstellung vor: Im Gästeraum des Rathause von Bad Karlshafen, der wie ein Gewölbe anmutet, werden zur Hafeneröffnungsfeier am 11. Mai einige meiner Arbeiten zu sehen sein. Ich freue mich drauf.

Zur Zeit arbeite ich also an Bildern speziell für den erwähnten Anlass, aber zwischendurch, wenn ich mal eine Idee habe oder Abstand zu deiner großen Arbeit gewinnen muss, male ich kleine spontane Ölbilder, die man vermutlich als Ölskizzen bezeichnen könnte. Da mein Lieblingsthema zur Zeit Landschaft und Bäume sind, ist klar, was ich dann male 😉

Kurze Anmerkung zur Geschichte der Ölskizzen

Viele Maler setzten seit Jahrhunderten farbige Ölskizzen, um mit Auftraggebern zu kommunizieren oder die eigenen Bildideen zu konkretisierten.

Ölskizzen fanden wohl zuerst im Italien im des 16. Jahrhundert ihren Anfang, Künstler wie Caravaggio, Tintoretto oder Veronese waren mit die ersten Maler, die die farbigen Skizzen als Kommunikationsmittel beispielsweise mit Auftraggebern einsetzten. Im Allgemeinen war es ja eher üblich, großformatige Werke mit Zeichnungen vorzubereiten.

Auch Peter Paul Rubens, der diese Art des Arbeitens vermutlich während seines ersten, langen Italienaufenthalts kennen lernte, setzte diese während seines langjährigen Schaffens egelmäßig ein.

Ich finde…

…grundsätzlich sind Ölskizzen prima, um Ideen zu überprüfen, verschiedene Lichtverhältnisse und Farbgebungen auszuprobieren, sie dienen aber auch als gute Vorbereitung. Diese beiden Ölskizzen sind 30x 30 cm groß, Öl auf Leinwand.

Kamneiche, Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm, Ariane Zuber

Die alte Eiche

Der Urwald bei der Sababurg ist ein ganz besonderer Wald, als Teil des Reinhardswaldes ist er ein ganz besonders Fleckchen Erde. Der Gedanke, dass ein Teil des Reinhardswaldes für Windräder gerodet werden soll, gefällt mir ganz und gar nicht.

Warum…

..frage ich mich. Der Wald ist ein wichtiger Bestandteil der Natur und  – wenn wir mal in Kosten und Nutzen rechnen wollen, wie das heute alle so gerne tun – als wichtigster Teil unseres Lebensraumes sorgt der Wald nicht nur für gute Luft und Wohlbefinden, er ist auch Kulturerbe und beherbergt viele Tiere und Insekten.

Das ausgerechnet die “grüne Lunge” dem scheinbar sehr dringenden Wunsch vieler Leute nach E-Bikes für jedermann und mehr Mobiltelefonen sowie fernsteuerbaren Heizungen und vielen anderen Dingen, die man meines Erachtens nicht dringend zum Leben braucht, zum Opfer fallen soll, will mir nicht in den Kopf.

Mir fällt dabei ein Lied von Alexandra ein: Mein Freund der Baum … Ihr wisst ja, wie es weiter geht.

Nachdem ich die Eiche letztes Jahr als Entwurf in klein auf Leinwand gebracht habe, habe ich sie nun in groß umgesetzt. Diese alte Eiche steht im Urwald und ich hoffe, sie lebt dort noch lange und gut…Ei-Tempera/Öl auf Leinwand, 80×100 cm

Gemälde von August Schenck aus Privatbesitz, Foto von Ariane Zuber

Der Tiermaler August Schenck

Wie ja die meisten wissen, teile ich mein Atelier mit Antiquitäten und Landschaftsgemälden vorwiegend aus der Zeit Anfang 20. Jahrhunderts. Hin und wieder kommen aber auch mal ältere Gemälde ins “Sortiment”.
Seit kurzem beherberge ich im Atelier-Laden zwei sehr schöne und authentisch gerahmte Gemälde von August Schenck in Kommission zum Verkauf. Ich kannte den Maler bislang eher weniger, da ich nicht so der Tierbilder-Fan bin und schon gleich gar nicht von Schafen mit Hirten, ABER der Herr Schenck hat mich überzeugt, das Tiermalerei-Genre mit mehr Aufmerksamkeit zu bedenken und das hier gezeigte Schafsbild finde ich einfach klasse.

Warum ich dieses Bild großartig finde…

Zum Einen ist es hervorragend gemalt, sehr gekonnt eben, zum Anderen beinhaltet dieses Bild viele Beziehungen – die Beziehung des Schäfers zu der Schäferin am Horizont hinten rechts für die Romatikerin in mir, die Beziehung der Schafe untereinander: eine kuschelige Familie sozusagen und die Beziehung des Hundes zu seinem Hirtenherrchen – grandios, wie der Künstler dieses für mich komplexe Stimmungsbild in gekonnter Malweise in einem einzigen Bild untergebracht hat.

Über den Maler August Schenck (1828-1901)

Er wurde im April 1828 in Glückstadt geboren, er begann als „Weinreisender“ in Deutschland, Russland und Portugal und lebte davon recht einträglich. Nach einigen Jahren verließ er jedoch Portugal in Richtung Paris, um sich zum Maler ausbilden zu lassen. Mit 34 Jahren debütierte er als Maler bei der Weltausstellung in Paris 1855. Neben der französischen Malerin Rosa Bonheur war er der gefragteste Tiermaler, selbst die Kaiserin Sissi oder die Prinzessin Mathilde wollten seine Bilder.
Tatsächlich waren auch die Schafsbilder von ihm am beliebtesten, Schafe im Schneesturm, Schafe und Schäfchen in Bedrängnis, Schafe und Raben und so weiter. Der Mann liebte eben Schafe und auch alle möglichen anderen Tiere, der Bildhauer Ernst Barlach hat Schenck einst in Frankreich besucht und beschrieb ihn wohl als streitbaren alten Mann mit Unmengen von Tieren aller Art auf seinem Anwesen – vielleicht mochte der Herr Schenck ja lieber Tiere als Menschen und konnte sie deshalb so wunderbar malen. Man sagte von ihm er fände mehr Lieblichkeit in Schafen als in Frauen – das mag stimmen, wenn ich mir das Bild so anschaue…Zu Lebzeiten verkaufte er sehr gut, seine Arbeiten brachten umgerechnet bis zu 16000 Euro, habe ich gelesen.

Dort, wo sein einstigens Anwesen stand, dass es heute leider nicht mehr gibt, benannten die Franzosen die Straße 1906 in Rue August Schenck um. Bedeutende Museen erwarben die Werke von August Schenck, viele Ehrungen wurden ihm zuteil.  Der Maler starb am 1. Januar 1901, sein Grab kann man in Écouen finden.