Helene Meyer-Moringen, Rathaus Bad KArlshafen, Öl auf Malplatte

Helene Meyer-Moringen – Rathaus Bad Karlshafen

Da ja in meinem Atelier auch klassische Landschaftsgemälde zu finden sind, erzähle ich hier immer mal wieder etwas über aktuelle Neuerwerbungen. Regional tätige Maler erfreuen mich immer wieder und eine davon war Helene Meyer-Moringen, von der ich auch ein Gemälde der Sababurg habe. Nun auch eines vom Rathaus Bad Karlshafen.

Über Helene habe ich in obigem Artikel schon erzählt, nun ein paar Worte zum Rathaus Bad Karlshafen – dass es in einer monumentalen Version von 110×130 cm auch von mir gibt –  das Rathaus wurde zwischen 1715 und 1719 gebaut, entworfen von Baumeister Friedrich Conradi, ir persönlich gefällt der Laubengang außerordentlich gut. Das Dach war ursprünglich – wie fast alle Häuser hier – mit Sandsteinplatten gedeckt, das wurde leider bei der Renovierung in der Neuzeit geändert. Genutzt wurde das Rathaus im 18. Jhdet. für Besuche des Landesherren, als Packhaus und im 20. Jahrhundert auch eine Weile als Amtsgericht sowie als Stadt- und Kurverwaltung.

Theodor Rocholl, Öl auf Leinwand, 77x100cm

Theodor Rocholl – uniformierter Reiter mit Pferd von 1893

Da ich ja im Atelier auch Malerei aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts anbiete sowie Maler/innen, die in dieser Region tätig waren, möchte ich heute ein weiteres Gemälde aus meinem Sortiment vorstellen.

Theodor Rocholl

Der Maler Theodor Rocholl(1854-1933) stammt gebürtig aus Sachsenberg/Waldeck, was nahe Göttingen und damit durchaus noch “unsere Region” ist. Nach Studien in Dresden, München und Düsseldorf begann er 1883 seine Karriere als »Schlachtenmaler«. Von 1897 bis 1914 nahm er an mehreren Feldzügen während der Balkankriege teil, 1900 im Auftrag des Kaisers auch an der Niederschlagung des Boxeraufstandes in China.

In dieser Zeit entstanden viele Skizzen von den Menschen, mit denen er zu tun hatte, diese haben zum Teil einen ganz anderen Charakter für mich als seine Ölgemälde, sehr spannend finde ich seine Sicht auf die Menschen, denen er, so wie ich die Porträts empfinde, stets mit offenem Geist und Respekt begegnete. Mit dem Ende des ersten Weltkrieges fand auch naheliegenderweise seine Beschäftigung mit militärischen Motiven ihr natürliches Ende und er wandte sich der Landschaftsmalerei zu, sein neuer Schwerpunkt lag in der Darstellung von Pferden. Aus dem sogenannten »Schlachtenmaler« wurde quasi der »Pferdemaler«.
Die Anregungen zu seinen Bildern bekam er an der Sababurg im Reinhardswald. Wo er schon vorher viel und immer wieder Zeit verbracht hatte.1933 starb Theodor Rocholl nach einem Verkehrsunfall in Düsseldorf.

Mich persönlich hat die Frage beschäftigt, warum Schlachtenmaler? Nach dem Lesen des Buches „Ein Malerleben“ von Theodor Rocholl selbst habe ich den Eindruck gewonnen, dass Rocholl sehr großen Wert auf das Militär gelegt hat, als Inbegriff von Ehre, Mut und Vaterlandsliebe – im besten Sinne gemeint – aber durch ein unglückliches Geplänkel in einer feuchtfröhlichen Nacht, dessen Folge ein nicht stattfindendes Duell war, blieben ihm lange Jahre höhere militärische Dienstgrade verwehrt, worunter er aus verschiedenen Gründen sehr litt und ihm bei seiner Laufbahn als Schlachtenmaler auch nicht immer zum Vorteil gereichte, doch letztlich kam Jahre später die militärische Rehabilitation und somit die Bestätigung bzw. die Wiederherstellung seiner verletzten Ehre.

Es gibt noch einiges zu Theodor Rocholl zu schreiben, das hebe ich mir für später auf… Das hier gezeigte Bild zeigt einen uniformierten Reiter, keine kriegerische Handlung, eher holt der Herr ein Pferd ab? Im Hntergrund der Stallknecht…aber was auch genau gemeint war – der Reiter und das Pferd wirken auf mich sehr lebendig. Man möchte (Wunsch-)denken, das Gebäude im Hintergrund sei Beberbeck, es hat Ähnlichkeit mit den dortigen Gebäuden und war einst eine Pferdezucht, aber ob es nun so vor über 100 Jahren aussah? Man weiß es nicht. Das Gemälde misst 100×77 cm und ist mit einem Conzen-Rahmen gerahmt – der Luxusrahmer unter den Rahmern.

Das Originalbild kann nach Vereinbarung oder zu den Atelier-Öffnungszeiten besichtigt werden.

Sababurg, Ölbild von Helene Meyer-Moringen

Helene Meyer-Moringen – Blick auf die Sababurg

Helene Meyer-Moringen ist eine hier in der Weserbergland-Region bekannte und beliebte Künstlerin.

Die Malerin wurde als Helene Meyer 1898 in Moringen bei Northeim geboren. Schon als junges Mädchen verließ sie ihr Elternhaus und lebte in Norddeutschland, dort änderte ihren Namen in Helene Meyer-Moringen – so wie man das auch von Hoffman von Fallersleben kennt, der ebenfalls seine Herkunft in den Namen integrierte.
Sie studierte zunächst an der Akademie in Berlin und war Schülerin bei dem Pferdemaler Georg Koch, Sie machte sich durch ihre impressionistischen Pferde- und Landschaftsbilder in Öl und Pastell einen Namen, sie malte beispielsweise die Pferde auf Schloss Söder und dem Gestüt Vornholz. Zu den Werken von Meyer-Moringen zählen jedoch nicht nur Gemälde auf Leinwand, sondern auch Pastell-/Kreidezeichnungen und auch gerne Postkarten, teilweise mit karikaturistischen Zügen. Diese malte und verkaufte sie direkt bei Turnieren oder Auktionen, die sie besuchte – und begeisterte damit nicht nur Pferdeliebhaber.

Der zweite Weltkrieg

Wie bei so vielen Menschen und KünstlerInnen änderte der zweite Weltkrieg einiges. Viele verloren Familie, ihren Wohnort, ihr Atelier und oft auch viele ihrer Arbeiten…Sammler und mögliche Käufer hatten andere Sorgen zu der Zeit, so wechselten viele ihren Wohnort – so auch diese Malerin. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Meyer-Moringen im ehemaligen Königlichen-Hauptgestüt Beberbeck im Reinhardswald. Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Beberbeck und wohnte dort ärmlich im Beamtenhaus. Immer wieder findet man in der Region Gemälde von ihr – zum Beispiel von und auf der Sababurg oder Reinhardswald und Beberbeck.

Frau Meyer-Moringen in Bad Karlshafen

Hier im Ort gibt es tatsächlich noch die eine oder andere Erinnerung an Frau Meyer-Moringen, unter anderem wurde mir zugetragen, sie habe ab und an im Hotel “Zum Schwan” gewohnt und habe Ähnlichkeit mit “Miss Marple” gehabt…

Sie starb in eher ärmlichen Verhältnissen 1965 und ist auf dem Friedhof in Beberbeck beigesetzt. Dort habe ich ihr Grab besucht, es steht noch da.
In meinem Atelier hängt ein Bild von ihr, ein sehr schöner Blick auf die Sababurg, Öl auf Leinwand…

Sophie Wencke-Meinken, Brücke bei Hann.-Münden, Atelier Ariane Zuber

Sophier Wencke-Meinken – Worpswede besucht Hann. Münden

Sophie Wencke-Meinken

Sophie Wencke Meinken (1874-1963) war eine der zur damaligen Zeit seltenen Künstlerinnen, deren Eltern, insbesondere der Vater, das künstlerische Talent des Kindes schon früh förderten. Durch diesen glücklichen Umstand und dem Zufall, der die Familie nach Worpswede verschlug, war es ihr vergönnt, eine der wenigen Schülerinnen von Otto Modersohn zu werden.

Als älteste Tochter erhielt sie eine fundierte Ausbildung, die Ausbildung zur Kunstmalerin gestaltete sich aufgrund des Verbotes von Akademien für Frauen anfangs überwiegend in Form von Privatunterricht in Bremen und später Berlin und natürlich Otto Modersohn, ihr Malstil entwickelte sich impressionistisch und dieser Art der Malerei blieb sie ihr Leben lang treu. Durch ihr großbürgerliches Umfeld war sie in der Lage, bedeutende Kunstausstellungen zu besuchen und dies führte sie letztlich auch zu der Auswahl ihrer Lehrer. Sie war von 1898 bis 1900 Schülerin von Modersohn.

Schicksalsschlag

Bis hierhin verlief alles bestens für Sophie, doch tragischerweise musste ihr Vater, Besitzer der Wencke-Werft, Konkurs anmelden, was dazu führte, dass die Kinder (Schwester Clara und Bruder Friedrich Wilhelm) auf sich allein gestellt waren, Die jüngere Schwester ging für eine gewisse Zeit ins Ausland, der Bruder zum Militär, Sophie fühlte sich und war sicherlich auch in der Pflicht, zur Versorgung der Familie beizutragen.

Sie ging nun ganz gezielt daran, an Verkaufsausstellungen teilzunehmen, ihre Schweser betätigte sich nach Rückkehr aus dem Ausland quasi als ihre „Agentin“ . Ihre Verkaufspreise rangierten damals zwischen 800 und 1000 Mark, das ist für damalige Verhältnisse und Frauenstatus ein sehr guter “Kurs”ihre Arbeiten waren alsbald in Galerien vertreten und Kunsthändler kannten und handelten ihre Werke. Des Weiteren betätigte sie sich als Postkartenmalerin – was nicht nur die Einnahmen steigerte, sondern auch den Namen bekannter machte.

Auf mich macht Sophie Wencke einen cleveren und geschäftstüchtigen Eindruck, zu der damaligen Zeit war sie vielen ihrer Zeitgenossinnen diesbezüglich weit voraus, möchte ich meinen.

Sophies Reisen

Warum erzähle ich hier von einer Worpsweder Künstlerin? Zum Einen weil ich die Frau wirklich bewundere, sie hat sich nicht unterkriegen lassen und ist ihren Weg als Künstlerin trotz widriger Umstände weiter gegangen – Hut ab!
Zm Anderen, weil
die Dame auch im hohen Alter noch gerne und viel reiste und im stattlichen Alter von etwa 70 Jahren – also in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts (1950-1953) – eine Malreise entlang der Weser machte und in der hiesigen Gegend tätig war, daraus resultierte eine Ausstellung, die mehrfach gezeigt wurde, sie malte unter anderem auch das Kloster Bursfelde und die Brücke von Hann.- Münden. Ein großes Leinwandbild (70×100 cm etwa) das im Atelier zur Besichtigung und zum Verkauf steht, ein Katalog ihrer Arbeiten liegt hier ebenfalls zur Ansicht aus.

Zur Zeit ist mein Atelier von Mi bis Sa von 12-17 Uhr geöffnet – nicht zu vergessen das Atelierfest am 16.11. von 12-19 Uhr mit Glühwein und Waffeln – schaut gerne vorbei.

Gemälde von August Schenck aus Privatbesitz, Foto von Ariane Zuber

Der Tiermaler August Schenck

Wie ja die meisten wissen, teile ich mein Atelier mit Antiquitäten und Landschaftsgemälden vorwiegend aus der Zeit Anfang 20. Jahrhunderts. Hin und wieder kommen aber auch mal ältere Gemälde ins “Sortiment”.
Seit kurzem beherberge ich im Atelier-Laden zwei sehr schöne und authentisch gerahmte Gemälde von August Schenck in Kommission zum Verkauf. Ich kannte den Maler bislang eher weniger, da ich nicht so der Tierbilder-Fan bin und schon gleich gar nicht von Schafen mit Hirten, ABER der Herr Schenck hat mich überzeugt, das Tiermalerei-Genre mit mehr Aufmerksamkeit zu bedenken und das hier gezeigte Schafsbild finde ich einfach klasse.

Warum ich dieses Bild großartig finde…

Zum Einen ist es hervorragend gemalt, sehr gekonnt eben, zum Anderen beinhaltet dieses Bild viele Beziehungen – die Beziehung des Schäfers zu der Schäferin am Horizont hinten rechts für die Romatikerin in mir, die Beziehung der Schafe untereinander: eine kuschelige Familie sozusagen und die Beziehung des Hundes zu seinem Hirtenherrchen – grandios, wie der Künstler dieses für mich komplexe Stimmungsbild in gekonnter Malweise in einem einzigen Bild untergebracht hat.

Über den Maler August Schenck (1828-1901)

Er wurde im April 1828 in Glückstadt geboren, er begann als „Weinreisender“ in Deutschland, Russland und Portugal und lebte davon recht einträglich. Nach einigen Jahren verließ er jedoch Portugal in Richtung Paris, um sich zum Maler ausbilden zu lassen. Mit 34 Jahren debütierte er als Maler bei der Weltausstellung in Paris 1855. Neben der französischen Malerin Rosa Bonheur war er der gefragteste Tiermaler, selbst die Kaiserin Sissi oder die Prinzessin Mathilde wollten seine Bilder.
Tatsächlich waren auch die Schafsbilder von ihm am beliebtesten, Schafe im Schneesturm, Schafe und Schäfchen in Bedrängnis, Schafe und Raben und so weiter. Der Mann liebte eben Schafe und auch alle möglichen anderen Tiere, der Bildhauer Ernst Barlach hat Schenck einst in Frankreich besucht und beschrieb ihn wohl als streitbaren alten Mann mit Unmengen von Tieren aller Art auf seinem Anwesen – vielleicht mochte der Herr Schenck ja lieber Tiere als Menschen und konnte sie deshalb so wunderbar malen. Man sagte von ihm er fände mehr Lieblichkeit in Schafen als in Frauen – das mag stimmen, wenn ich mir das Bild so anschaue…Zu Lebzeiten verkaufte er sehr gut, seine Arbeiten brachten umgerechnet bis zu 16000 Euro, habe ich gelesen.

Dort, wo sein einstigens Anwesen stand, dass es heute leider nicht mehr gibt, benannten die Franzosen die Straße 1906 in Rue August Schenck um. Bedeutende Museen erwarben die Werke von August Schenck, viele Ehrungen wurden ihm zuteil.  Der Maler starb am 1. Januar 1901, sein Grab kann man in Écouen finden.