Ariane Zuber, Künstlerin in Bad Karlshafen

Kunsthandwerkermarkt am Hafen

Letzten Samstag gab es einen kleinen Kunsthandwerkermarkt am Hafen Bad Karlshafens und ich war auch dabei – mit Staffelei. Sabine von Märchenschmuck hat das mit dem Bürgerverein Bad Karlshafen organisiert und es war wirklich sehr schön. So schön, dass wir das Ende Juli widerholen wollen…

Das Wetter war wider Erwarten gut zu uns und der Zuspruch auch, mein nächtliches Rathaus hat ein neues Zuhause gefunden und ich habe den Eindruck, dass alle Aussteller, die dabei waren, gerne wieder kommen.
Da ich ja vom 24.-26. Juli zusammen mit zwei weiteren Künstlern, nämlich Almut Rybarsch-Tarry und Müllers Kabinett eine “Kreative Baustelle” am Hafen plane, werden wir einfach alle zusammen den Hafen an dem letzten Wochenende im Juli beleben – ich freue mich drauf!

Helene Meyer-Moringen, Rathaus Bad KArlshafen, Öl auf Malplatte

Helene Meyer-Moringen – Rathaus Bad Karlshafen

Da ja in meinem Atelier auch klassische Landschaftsgemälde zu finden sind, erzähle ich hier immer mal wieder etwas über aktuelle Neuerwerbungen. Regional tätige Maler erfreuen mich immer wieder und eine davon war Helene Meyer-Moringen, von der ich auch ein Gemälde der Sababurg habe. Nun auch eines vom Rathaus Bad Karlshafen.

Über Helene habe ich in obigem Artikel schon erzählt, nun ein paar Worte zum Rathaus Bad Karlshafen – dass es in einer monumentalen Version von 110×130 cm auch von mir gibt –  das Rathaus wurde zwischen 1715 und 1719 gebaut, entworfen von Baumeister Friedrich Conradi, ir persönlich gefällt der Laubengang außerordentlich gut. Das Dach war ursprünglich – wie fast alle Häuser hier – mit Sandsteinplatten gedeckt, das wurde leider bei der Renovierung in der Neuzeit geändert. Genutzt wurde das Rathaus im 18. Jhdet. für Besuche des Landesherren, als Packhaus und im 20. Jahrhundert auch eine Weile als Amtsgericht sowie als Stadt- und Kurverwaltung.

Sophie Wencke-Meinken, Brücke bei Hann.-Münden, Atelier Ariane Zuber

Sophier Wencke-Meinken – Worpswede besucht Hann. Münden

Sophie Wencke-Meinken

Sophie Wencke Meinken (1874-1963) war eine der zur damaligen Zeit seltenen Künstlerinnen, deren Eltern, insbesondere der Vater, das künstlerische Talent des Kindes schon früh förderten. Durch diesen glücklichen Umstand und dem Zufall, der die Familie nach Worpswede verschlug, war es ihr vergönnt, eine der wenigen Schülerinnen von Otto Modersohn zu werden.

Als älteste Tochter erhielt sie eine fundierte Ausbildung, die Ausbildung zur Kunstmalerin gestaltete sich aufgrund des Verbotes von Akademien für Frauen anfangs überwiegend in Form von Privatunterricht in Bremen und später Berlin und natürlich Otto Modersohn, ihr Malstil entwickelte sich impressionistisch und dieser Art der Malerei blieb sie ihr Leben lang treu. Durch ihr großbürgerliches Umfeld war sie in der Lage, bedeutende Kunstausstellungen zu besuchen und dies führte sie letztlich auch zu der Auswahl ihrer Lehrer. Sie war von 1898 bis 1900 Schülerin von Modersohn.

Schicksalsschlag

Bis hierhin verlief alles bestens für Sophie, doch tragischerweise musste ihr Vater, Besitzer der Wencke-Werft, Konkurs anmelden, was dazu führte, dass die Kinder (Schwester Clara und Bruder Friedrich Wilhelm) auf sich allein gestellt waren, Die jüngere Schwester ging für eine gewisse Zeit ins Ausland, der Bruder zum Militär, Sophie fühlte sich und war sicherlich auch in der Pflicht, zur Versorgung der Familie beizutragen.

Sie ging nun ganz gezielt daran, an Verkaufsausstellungen teilzunehmen, ihre Schweser betätigte sich nach Rückkehr aus dem Ausland quasi als ihre „Agentin“ . Ihre Verkaufspreise rangierten damals zwischen 800 und 1000 Mark, das ist für damalige Verhältnisse und Frauenstatus ein sehr guter “Kurs”ihre Arbeiten waren alsbald in Galerien vertreten und Kunsthändler kannten und handelten ihre Werke. Des Weiteren betätigte sie sich als Postkartenmalerin – was nicht nur die Einnahmen steigerte, sondern auch den Namen bekannter machte.

Auf mich macht Sophie Wencke einen cleveren und geschäftstüchtigen Eindruck, zu der damaligen Zeit war sie vielen ihrer Zeitgenossinnen diesbezüglich weit voraus, möchte ich meinen.

Sophies Reisen

Warum erzähle ich hier von einer Worpsweder Künstlerin? Zum Einen weil ich die Frau wirklich bewundere, sie hat sich nicht unterkriegen lassen und ist ihren Weg als Künstlerin trotz widriger Umstände weiter gegangen – Hut ab!
Zm Anderen, weil
die Dame auch im hohen Alter noch gerne und viel reiste und im stattlichen Alter von etwa 70 Jahren – also in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts (1950-1953) – eine Malreise entlang der Weser machte und in der hiesigen Gegend tätig war, daraus resultierte eine Ausstellung, die mehrfach gezeigt wurde, sie malte unter anderem auch das Kloster Bursfelde und die Brücke von Hann.- Münden. Ein großes Leinwandbild (70×100 cm etwa) das im Atelier zur Besichtigung und zum Verkauf steht, ein Katalog ihrer Arbeiten liegt hier ebenfalls zur Ansicht aus.

Zur Zeit ist mein Atelier von Mi bis Sa von 12-17 Uhr geöffnet – nicht zu vergessen das Atelierfest am 16.11. von 12-19 Uhr mit Glühwein und Waffeln – schaut gerne vorbei.

Fest im Atelier Ariane Zuber, Bad Karlshafen

Atelierfest am 16. November 2019 von 12-19 Uhr

Es nähert sich doch schon glatt wieder das Ende des Jahres und damit mein Atelierfest. Mit Glühwein und Waffeln erhellen wir den oft doch etwas tristen November und machen die Welt ein bißchen bunter.

Am Samstag den 16. November von 12 -19 Uhr sind meine Lieblingskünstlerfreunde aus Dortmund mit von der Partie und Party 😉

Almut Rybarsch-Tarry, Bildhauerin und Hendrik Müller, Fotograf

Herzliche Einladung an  alle Atelier- und Kunstfreunde: Kommt vorbei und besucht uns…

Vortrag Graf von Muennich im Atelier Ariane Zuber

Von Carlshaven nach St. Petersburg – Vortrag am Samstag 18. Mai ab 17 Uhr

Da ja gerade die Wiederabindung des Hafens von Bad Karlshafen gefeiert haben – in deren Rahmen auch meine Ausstellung im Rathaus Bad Karlshafen eröffnet wurde – wollen wir uns am kommenden Samstag einmal dem Architekten des Hafens widmen, dem Grafen von Münnich.

Der Vortrag wird von Guntram Rother am Samstag, den 18.05.2019, 17 Uhr im Atelier Ariane Zuber in Bad Karlshafengehalten und ich bin sicher, es wird nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam.

Der Architekt, der uns was erzählt…

…ist Guntram Rother, der seit 1997 freischaffender Architekt mit Hauptwohnsitz in Dresden ist und Tätigkeiten in Sachsen, Berlin, Hessen und Tirol ausgeführt hat, er ist in Bad Karlshafen aufgewachsen.

Der Architekt des Hafens…

…war Burchard Christoph Graf von Münnich (1683 – 1767) und zählt zu den bedeutenden Persönlichkeiten der europäischen Geschichte des 18. Jahrhunderts. Nach einer schweren Kriegsverwundung 1712 begab sich der Graf von Münnich in die Dienste des Landgrafen Karl zu Hessen-Kassel, wo er zwischen 1713 und 1716 die Hafen-, Schleusen- und Kanalbauten des Langraf-Carl-Kanals in Karlshafen und von Karlshafen nach Kassel plante und betreute.

1721 wechselte Graf von Münnich an den Hof des Zaren Peters des Grossen nach St.Petersburg. Der Zar wollte Russland zu einem modernen Staat westeuropäischer Prägung reformieren und benötigte dazu Techniker, Wissenschaftler, Architekten und Ingenieure aus dem Westen.

Graf von Münnich wurde aufgrund seiner Erfahrung, u.a. beim Kanalbau in Karlshafen, mit dem Bau des Ladoga-Kanals und der Hafenanlagen in St.Petersburg beauftragt. Durch seinen Erfolg bei diesen Projekten wurden ihm auch sehr schnell Aufgaben im Militär- und Staatswesen übertragen. Er reformierte die russische Armee nach preußischem Vorbild, schaffte Privilegien des Adels ab und wurde Oberbefehlshaber der russischen Armee.

Außerdem war der Graf von Münnich ein gläubiger Christ. Mit Unterstützung des Zaren Peter des II, einem Enkel Peters des Grossen, errichtete er als Architekt, Bauherr und Förderer von 1728 bis 1731 den Neubau der damals grössten evangelisch lutherischen Kirche, am Newski Prospekt, der heutigen Hauptstrasse von St.Petersburg.

Aufgrund von politischen Intrigen am Zarenhof fiel Graf von Münnich 1741 unter Elisabeth der I. in Ungnade und musste nach seiner Begnadigung von der Todesstrafe für 20 Jahre in die Verbannung nach Sibirien, die er aber überlebte.

Zar Peter der III rehabilitierte ihn und unter der Zarin Katharina der Grossen wirkte er hochbetagt und hochanerkannt noch 5 Jahre bis zu seinem Tod in zivilen und militärischen Bereichen in Russland.

Das war die ganz, ganz kurze Zusammenfassung – wer die unterhaltsame und ausführliche Version erleben möchte, kommt einfach übermorgen vorbei…